Eine der schönsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Rhön ist das so genannte Rote Moor. Dabei handelt es sich, wie der Name es erahnen lässt, um ein Hochmoor auf dem Gebiet der Hochebene Rhön. Stolze 50 Hektar misst das Rote Moor insgesamt und ist damit das größte Hochmoor ganz Hessens.
Die idyllische Umgebung des Moores lockt im Sommer wie im Winter zahlreiche Touristen an. Im Sommer tummeln sich die Wanderer um das Moor und im Winter wirken die Loipen am Moor als Magnet für Skilangläufer. Doch das Rote Moor ist natürlich nicht vorrangig dazu da, um Urlaubern und Einheimischen einen schönen Ort zum Wanden und Skilaufen zu bieten. Vielmehr ist es wichtiger Teil des Biosphärenreservates Rhön und muss daher geschützt werden. Aus diesem Grund wurde ein Moorlehrpfad geschaffen, auf dem man das Gebiet des Moores erwandern und erforschen kann, ohne die empfindliche Natur zu stören oder ihr womöglich sogar zu schaden. So gibt es zum Beispiel im nördlichen Bereich des Roten Moores einen Aussichtsturm, von dem aus man sich einen wunderbaren Überblick über das ganze Gebiet mitsamt seiner beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt verschaffen kann. Von dort aus kann man auch jene spannenden Bereiche des Moores einsehen, die für Besucher aus gutem Grunde nicht zugänglich sind, wie etwa eine erhaltene Hochmoorfläche.
Wandert man entlang des aufwendig geschaffenen Pfades, kommt man in regelmäßigen Abständen an kleinen Hinweistafeln vorbei, die nützliche und interessante Informationen über die Entstehung und Geschichte des Moores bereitstellen. Auch die vielen seltenen Tiere und Pflanzen, die im Roten Moor beheimatet sind, werden auf den Tafeln beschrieben und erläutert.
So kann man durch die faszinierende Natur des Moores schlendern und ganz nebenbei noch ein bisschen etwas lernen, zum Beispiel über den Jahre lang betriebenen Torfabbau in der Region, der beinahe zur völligen Entwässerung des Moores geführt hätte. Wer also einen Kurzurlaub in der Rhön macht und ein paar ruhige Tage und Stunden in schöner Natur genießen möchte, sollte sich einen Besuch beim Roten Moor also auf keinen Fall entgehen lassen.
Das Rote Moor
28. Januar 2011Geologie
29. November 2010Das Variszische Gebirge mit karbonischen Kristallingesteinen ist der Ursprung vieler europäischer Mittelgebirge, so auch der Rhön. Nach Absenkung dieses Gebirges lag das jetzige Gebiet der Rhön mitten im Germanischen Becken. Damals wurden auch die Kalisalze abgelagert, die auch noch heut abgebaut werden. Im Trias lagerten sich dann die flächenbildenden Buntsandgesteine und Muschelkalke ab. Die Bergrücken der heutigen Landschaft bestehen aus Muschelkalken der Trias. Die Bedingungen der Sedimentation waren sehr wechselhaft, deshalb sind auch nur kleinflächige Ablagerungen von Keupergesteinen anzutreffen.
Die „Rhön-Schwelle“ war im Jura dann einer Hebung ausgesetzt und die durch Erosion verursachte Abtragung der älteren Sedimente nahm von nun an ihren Lauf. Später, vor nunmehr 25 000 000 Jahren begann eine lang anhaltende Phase von Vulkanismus. Die Vulkankegel prägen auch noch heute das charakteristische Bild der Landschaft. Der Vulkanismus der Rhön stand in unmittelbarem geologischen und zeitlichen Zusammenhang mit der Entstehung der Oberrhein-Grabens. Dieser Vulkanismus förderte Vulkanite wie Basalte und Phonolithe. Diese abgelagerten Produkte lassen den Schluss zu, dass es sich hier um einen äußerst explosiven Vulkanismus gehandelt haben muss. Der gleichzeitig ablaufenden Alpenhebung wird ein entscheidender Einfluss auf die hohe Explosivität des Vulkanismus der Rhön zugeschrieben. Neben Phonolit und Basalt sind noch andere Vulkanite, nämlich Trachyte, Tephrite, Andesite, Hornblendebasalte, Basanite, Tuffe und Olvinbasalte vertreten. Die Hohe Rhön mit ihren Plateaus wurde von Lavadecken gebildet. Viele Förderschlote verwitterten zu kegeligen Bergen. Der an einigen Stellen zu Tage tretende Säulenbasalt ist solch ein Zeuge von in den Vulkanschloten erhärteter Lava. Die Heilquellen und Mineralwässer in der Rhön sind postvulkanischen Ursprungs.
Nach dem Erlöschen der Vulkane entstand die heutige Landschaft der Rhön. Die vom Vulkanismus verursachten primären Oberflächenformen wurden durch erosive Abtragungen abgeflacht. Durch Wechsel von Hitze und Frost währen der Eiszeiten wurden Basaltgesteine gesprengt und es bildeten sich Blockhalden.