Bei einem Rhön-Urlaub kann man natürlich nicht nur über die landschaftliche Schönheit der Gegend staunen, sondern auch aus einer Vielzahl kultureller und (kultur-)geschichtlicher Highlights wählen. Wer sich für unsere jüngere Geschichte interessiert, den wird der Braunkohlestollen „Einigkeit“ sicher reizen. Bei Bischofsheim am Bauerberg ist dieses Relikt aus schon fast vergessener Zeit erhalten, in der Braunkohleabbau noch mit einfachen Mitteln geschah und den Arbeitern jede Menge Kraft, Mut und Schweiß abverlangte.
Aber keine Sorgen, wer den ehemaligen Stollen heute besichtigen möchte, braucht weder stark noch übermäßig mutig zu sein, denn inzwischen ist die einstige Stätte schwerster körperlicher Arbeit zu einem historischen Stollen restauriert worden. Wo einst Tag und Nacht Bergbau betrieben wurde, finden neugierige Besucher heute eine Art Erlebnisbergwerk, dass es auch ‚ganz normalen‘ Menschen erlaubt, die engen Gänge und die großen Hallen der ehemaligen Anlage zu besichtigen – im Gegensatz zu früher gut beleuchtet.
Auch außerhalb des Stollens findet man noch so manchen Schatz aus vergangenen Zeiten wie einen alten Bergwerkswagen und anderes. Zudem gibt es zahlreiche Informationsschilder, anhand derer die Besucher sich sehr genau über den damaligen Bergbau, den stillgelegten Stollen und die harte Arbeit, die in ihm verrichtet wurde, informieren können.
Ein Besuch der Anlage und des Stollens ist wirklich ein beeindruckendes Erlebnis, das auch auf jene Eindruck macht, die bisher nicht wussten, dass sie ein Interesse an Bergbau haben. Einen nicht minder bleibenden Eindruck hinterlässt im Anschluss an die Besichtigung des alten Bergbaus dann ein Blick hinüber zum noch heute aktiven Bergbau am Bauersberg. Nur wenige Schritt vom alten Stollen entfernt kommt man zu einem Zaun, der den Lehrpfad von der modernen Anlage trennt, in der bis heute Braunkohle gefördert wird. Auch aus einer gewissen Entfernung wird die Entwicklung, die zwischen den beiden Anlagen liegt deutlich: Der heutig Bergbau und mit dem von vor mehreren Jahrzehnten nur noch wenig gemein. Modernste Maschinen und Techniken haben den Abbau effizienter und komfortabler gemacht.
Die Anfahrt zur Anlage ist unproblematisch. Von Bischofsheim sind es kaum 2 Kilometer und unweit des alten Stollens befindet sich der Parkplatz „Rothsee“, von dem aus man das Gelände über einen hübschen Wanderweg leicht erreichen kann.
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Kohleabbau früher und heute: Geschichtsstunde in der Rhön
Donnerstag, 17. März 2011Das Rote Moor
Freitag, 28. Januar 2011Eine der schönsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Rhön ist das so genannte Rote Moor. Dabei handelt es sich, wie der Name es erahnen lässt, um ein Hochmoor auf dem Gebiet der Hochebene Rhön. Stolze 50 Hektar misst das Rote Moor insgesamt und ist damit das größte Hochmoor ganz Hessens.
Die idyllische Umgebung des Moores lockt im Sommer wie im Winter zahlreiche Touristen an. Im Sommer tummeln sich die Wanderer um das Moor und im Winter wirken die Loipen am Moor als Magnet für Skilangläufer. Doch das Rote Moor ist natürlich nicht vorrangig dazu da, um Urlaubern und Einheimischen einen schönen Ort zum Wanden und Skilaufen zu bieten. Vielmehr ist es wichtiger Teil des Biosphärenreservates Rhön und muss daher geschützt werden. Aus diesem Grund wurde ein Moorlehrpfad geschaffen, auf dem man das Gebiet des Moores erwandern und erforschen kann, ohne die empfindliche Natur zu stören oder ihr womöglich sogar zu schaden. So gibt es zum Beispiel im nördlichen Bereich des Roten Moores einen Aussichtsturm, von dem aus man sich einen wunderbaren Überblick über das ganze Gebiet mitsamt seiner beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt verschaffen kann. Von dort aus kann man auch jene spannenden Bereiche des Moores einsehen, die für Besucher aus gutem Grunde nicht zugänglich sind, wie etwa eine erhaltene Hochmoorfläche.
Wandert man entlang des aufwendig geschaffenen Pfades, kommt man in regelmäßigen Abständen an kleinen Hinweistafeln vorbei, die nützliche und interessante Informationen über die Entstehung und Geschichte des Moores bereitstellen. Auch die vielen seltenen Tiere und Pflanzen, die im Roten Moor beheimatet sind, werden auf den Tafeln beschrieben und erläutert.
So kann man durch die faszinierende Natur des Moores schlendern und ganz nebenbei noch ein bisschen etwas lernen, zum Beispiel über den Jahre lang betriebenen Torfabbau in der Region, der beinahe zur völligen Entwässerung des Moores geführt hätte. Wer also einen Kurzurlaub in der Rhön macht und ein paar ruhige Tage und Stunden in schöner Natur genießen möchte, sollte sich einen Besuch beim Roten Moor also auf keinen Fall entgehen lassen.