Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Kohleabbau früher und heute: Geschichtsstunde in der Rhön

Donnerstag, 17. März 2011

Bei einem Rhön-Urlaub kann man natürlich nicht nur über die landschaftliche Schönheit der Gegend staunen, sondern auch aus einer Vielzahl kultureller und (kultur-)geschichtlicher Highlights wählen. Wer sich für unsere jüngere Geschichte interessiert, den wird der Braunkohlestollen „Einigkeit“ sicher reizen. Bei Bischofsheim am Bauerberg ist dieses Relikt aus schon fast vergessener Zeit erhalten, in der Braunkohleabbau noch mit einfachen Mitteln geschah und den Arbeitern jede Menge Kraft, Mut und Schweiß abverlangte.
Aber keine Sorgen, wer den ehemaligen Stollen heute besichtigen möchte, braucht weder stark noch übermäßig mutig zu sein, denn inzwischen ist die einstige Stätte schwerster körperlicher Arbeit zu einem historischen Stollen restauriert worden. Wo einst Tag und Nacht Bergbau betrieben wurde, finden neugierige Besucher heute eine Art Erlebnisbergwerk, dass es auch ‚ganz normalen‘ Menschen erlaubt, die engen Gänge und die großen Hallen der ehemaligen Anlage zu besichtigen – im Gegensatz zu früher gut beleuchtet.
Auch außerhalb des Stollens findet man noch so manchen Schatz aus vergangenen Zeiten wie einen alten Bergwerkswagen und anderes. Zudem gibt es zahlreiche Informationsschilder, anhand derer die Besucher sich sehr genau über den damaligen Bergbau, den stillgelegten Stollen und die harte Arbeit, die in ihm verrichtet wurde, informieren können.
Ein Besuch der Anlage und des Stollens ist wirklich ein beeindruckendes Erlebnis, das auch auf jene Eindruck macht, die bisher nicht wussten, dass sie ein Interesse an Bergbau haben. Einen nicht minder bleibenden Eindruck hinterlässt im Anschluss an die Besichtigung des alten Bergbaus dann ein Blick hinüber zum noch heute aktiven Bergbau am Bauersberg. Nur wenige Schritt vom alten Stollen entfernt kommt man zu einem Zaun, der den Lehrpfad von der modernen Anlage trennt, in der bis heute Braunkohle gefördert wird. Auch aus einer gewissen Entfernung wird die Entwicklung, die zwischen den beiden Anlagen liegt deutlich: Der heutig Bergbau und mit dem von vor mehreren Jahrzehnten nur noch wenig gemein. Modernste Maschinen und Techniken haben den Abbau effizienter und komfortabler gemacht.
Die Anfahrt zur Anlage ist unproblematisch. Von Bischofsheim sind es kaum 2 Kilometer und unweit des alten Stollens befindet sich der Parkplatz „Rothsee“, von dem aus man das Gelände über einen hübschen Wanderweg leicht erreichen kann.

Geologie

Montag, 29. November 2010

Das Variszische Gebirge mit karbonischen Kristallingesteinen ist der Ursprung vieler europäischer Mittelgebirge, so auch der Rhön. Nach Absenkung dieses Gebirges lag das jetzige Gebiet der Rhön mitten im Germanischen Becken. Damals wurden auch die Kalisalze abgelagert, die auch noch heut abgebaut werden. Im Trias lagerten sich dann die flächenbildenden Buntsandgesteine und Muschelkalke ab. Die Bergrücken der heutigen Landschaft bestehen aus Muschelkalken der Trias. Die Bedingungen der Sedimentation waren sehr wechselhaft, deshalb sind auch nur kleinflächige Ablagerungen von Keupergesteinen anzutreffen.

Die „Rhön-Schwelle“ war im Jura dann einer Hebung ausgesetzt und die durch Erosion verursachte Abtragung der älteren Sedimente nahm von nun an ihren Lauf. Später, vor nunmehr 25 000 000 Jahren begann eine lang anhaltende Phase von Vulkanismus. Die Vulkankegel prägen auch noch heute das charakteristische Bild der Landschaft. Der Vulkanismus der Rhön stand in unmittelbarem geologischen und zeitlichen Zusammenhang mit der Entstehung der Oberrhein-Grabens. Dieser Vulkanismus förderte Vulkanite wie Basalte und Phonolithe. Diese abgelagerten Produkte lassen den Schluss zu, dass es sich hier um einen äußerst explosiven Vulkanismus gehandelt haben muss. Der gleichzeitig ablaufenden Alpenhebung wird ein entscheidender Einfluss auf die hohe Explosivität des Vulkanismus der Rhön zugeschrieben. Neben Phonolit und Basalt sind noch andere Vulkanite, nämlich Trachyte, Tephrite, Andesite, Hornblendebasalte, Basanite, Tuffe und Olvinbasalte vertreten. Die Hohe Rhön mit ihren Plateaus wurde von Lavadecken gebildet. Viele Förderschlote verwitterten zu kegeligen Bergen. Der an einigen Stellen zu Tage tretende Säulenbasalt ist solch ein Zeuge von in den Vulkanschloten erhärteter Lava. Die Heilquellen und Mineralwässer in der Rhön sind postvulkanischen Ursprungs.

Nach dem Erlöschen der Vulkane entstand die heutige Landschaft der Rhön. Die vom Vulkanismus verursachten primären Oberflächenformen wurden durch erosive Abtragungen abgeflacht. Durch Wechsel von Hitze und Frost währen der Eiszeiten wurden Basaltgesteine gesprengt und es bildeten sich Blockhalden.