Flora und Fauna

19. Juli 2011

Flora und Fauna in der Rhön sind im Vergleich zu anderen Mittelgebirgen in Deutschland überdurchschnittlich artenreich. Hätte der Mensch nicht in die Gestaltung der Landschaft eingegriffen, würden Wälder mit hauptsächlichem Buchenbestand alle anderen Baumarten dominieren. Im Bild der heutigen Landschaft wurde er allerdings zurück gedrängt. Speziell in den Hochlagen sind die Buchenwälder jedoch noch vorhanden und beherbergen sehr seltene Pflanzen wie den Alpen-Milchlattich, den Glänzenden Kerbel, das Silberblatt und die Breitblättrige Glockenblume. Die talnahen Kalkbuchenwälder bieten Lebensraum für verschiedene Orchideen, zu denen die Korallenwurz, die Nestwurz, der Frauenschuh und das Purpur-Knabenkraut ebenso gehören wie verschiedene Waldvögelein-Arten. Ein relativ kleiner Flächenanteil der Rhön ist komplett waldfrei. Zu diesen Flächen zählen in erster Linie Hochmoore, Ansiedlungen von Menschen sowie Blockhalden und Felsen. Speziell die Hochmoore stellen einen ganz speziellen Lebensraum dar, sind sie doch aus pflanzengeografischer Sicht betrachtet ein Bindeglied zwischen den alpinen und den nordischen Hochmooren. In den Hochmooren der Rhön wachsen zum Beispiel der Sonnentau, das Wollgras und die Krähenbeere. Auf den waldfreien Flächen der Felsen gedeihen die Pfingstnelke, der Südliche Wimpernfarn, die Tannen-Teufelsklaue und das Nelken-Leimkraut.

Durch den Menschen wurde in den letzten Jahrhunderten in der Rhön eine Kulturlandschaft geschaffen, die nichts desto trotz sehr artenreich ist. Die Borstgrasrasen und Bergwiesen in den höheren Lagen dieses Gebirges repräsentieren die wertvollsten Biotope in der Rhön. Charakteristische Pflanzen dieser Biotope sind zum Beispiel der Gelbe und Blaue Eisenhut, die Echte Mondraute, die Grünliche Waldhyazinthe, der Türkenbund sowie die Perücken- und die Berg-Flockenblume.

Die Tierwelt in der Rhön ist denen der anderen deutschen Mittelgebirge im Wesentlichen sehr ähnlich. Neben dem Rotwild ist auch das Schwarzwild vertreten sowie Dachs, Fuchs und Wildhase. Verschiedene Kleinnager leben hier ebenso wie einige sehr attraktive Vogelarten, von denen sicherlich das Birkhuhn und das Auerhuhn eine hervorgehobene Stellung einnehmen.

Kohleabbau früher und heute: Geschichtsstunde in der Rhön

17. März 2011

Bei einem Rhön-Urlaub kann man natürlich nicht nur über die landschaftliche Schönheit der Gegend staunen, sondern auch aus einer Vielzahl kultureller und (kultur-)geschichtlicher Highlights wählen. Wer sich für unsere jüngere Geschichte interessiert, den wird der Braunkohlestollen „Einigkeit“ sicher reizen. Bei Bischofsheim am Bauerberg ist dieses Relikt aus schon fast vergessener Zeit erhalten, in der Braunkohleabbau noch mit einfachen Mitteln geschah und den Arbeitern jede Menge Kraft, Mut und Schweiß abverlangte.
Aber keine Sorgen, wer den ehemaligen Stollen heute besichtigen möchte, braucht weder stark noch übermäßig mutig zu sein, denn inzwischen ist die einstige Stätte schwerster körperlicher Arbeit zu einem historischen Stollen restauriert worden. Wo einst Tag und Nacht Bergbau betrieben wurde, finden neugierige Besucher heute eine Art Erlebnisbergwerk, dass es auch ‚ganz normalen‘ Menschen erlaubt, die engen Gänge und die großen Hallen der ehemaligen Anlage zu besichtigen – im Gegensatz zu früher gut beleuchtet.
Auch außerhalb des Stollens findet man noch so manchen Schatz aus vergangenen Zeiten wie einen alten Bergwerkswagen und anderes. Zudem gibt es zahlreiche Informationsschilder, anhand derer die Besucher sich sehr genau über den damaligen Bergbau, den stillgelegten Stollen und die harte Arbeit, die in ihm verrichtet wurde, informieren können.
Ein Besuch der Anlage und des Stollens ist wirklich ein beeindruckendes Erlebnis, das auch auf jene Eindruck macht, die bisher nicht wussten, dass sie ein Interesse an Bergbau haben. Einen nicht minder bleibenden Eindruck hinterlässt im Anschluss an die Besichtigung des alten Bergbaus dann ein Blick hinüber zum noch heute aktiven Bergbau am Bauersberg. Nur wenige Schritt vom alten Stollen entfernt kommt man zu einem Zaun, der den Lehrpfad von der modernen Anlage trennt, in der bis heute Braunkohle gefördert wird. Auch aus einer gewissen Entfernung wird die Entwicklung, die zwischen den beiden Anlagen liegt deutlich: Der heutig Bergbau und mit dem von vor mehreren Jahrzehnten nur noch wenig gemein. Modernste Maschinen und Techniken haben den Abbau effizienter und komfortabler gemacht.
Die Anfahrt zur Anlage ist unproblematisch. Von Bischofsheim sind es kaum 2 Kilometer und unweit des alten Stollens befindet sich der Parkplatz „Rothsee“, von dem aus man das Gelände über einen hübschen Wanderweg leicht erreichen kann.